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Große Pflanzaktion am Samstag, 29.10.2011

2500 Feldgehölze müssen in die Erde

Am Samstag, den 29.10.2011 pflanzten 20 aktive Mitglieder des Biotopschutzbundes

2500 Heckenpflanzen.

 

Einen riesigen Berg an Pflanzen galt es zu sortieren und an die gewünschte Pflanzstelle zu bringen.

Gepflanzt wurden,

200 Cornus sanguinea (Roter Hartriegel)

250 Prunus spinosa     (Schlehdorn)

200 Rosa canina         (Echte Hundsrose)

 


 

200 Lonicera xylosteus (Rote Heckenkirsche)

200 Viburnum opulus   (Gewöhnlicher Schneeball)

200 Rhamus cathartica (Echter Kreuzdorn)

200 Rosa rubiginosa (Wein Rose)

200 Cartaegus laevigata (Weißdorn Zweigriffeliger)

200 Cartaegus monogyna (Weißdorn Eingriffeliger)

50 Frangula alnus (Faulbaum)

200 Sambucus nigra (Trauben Holunder)

200 Euonymus europaeus (Pfaffenhütchen)

200 Corylus avellana (Gewöhnlicher Hasel)

 


 

Hecken
Wiederentdeckung des Nutzens

Sprechen wir von Hecken, so meinen wir eine bandartig angeordnete Mischung verschiedener
einheimischer Sträucher, in die gelegentlich ein Baum, aber auch einmal
gestalterisch reizvoll passende Stein- oder Asthaufen eingestreut sind.

 

Hinsichtlich ihrer ökologischen Wirkung können Hecken häufig als zwei zusammengefügte
Waldränder beschrieben werden. Lichtverhältnisse, Temperaturen und
Feuchtigkeit können hier auf engstem Raum so verschieden sein, dass selbst
Pflanzenarten der Trockenwiese und des Auenwaldes so dicht nebeneinander vorkommen
können wie nirgends sonst in der freien Landschaft!

 

Diese pflanzliche Vielfalt bietet ein vielseitiges Reservoir an Nahrungsmöglichkeiten. Blätter,
Knospen, Blüten mit Nektar, Pollen, Früchte, Rinde, Holz und Wurzeln ermöglichen auch eine
tierische Vielfalt. Alles zusammen stabilisiert das biologische Gleichgewicht auch in mittelbarer
Umgebung.

 

 


 

 

In einer Hecke können auch Tiere überdauern, denen weder die kühlfeuchte Witterung des
Frühlings, noch die Sommertrockenheit auf Wiesen oder Aeckern zusagt. Ausserdem weichen
bei der Feldbearbeitung viele Tiere kurzzeitig in die Hecke aus, was vor allem auch in bezug
auf die für die Fruchtbarkeit so entscheidende Bodenlebewelt wichtig ist.

 

Hecken sind Neststandorte für frei- und nischen-brütende Vögel; für einige “Rückzügler”, deren
Lebenslicht schon bedenklich flackert (zum Beispiel Dorngrasmücke), sind sie zur
Überlebensfrage geworden. Sie sind Aktionszentrum für viele Säuge-tiere, die wie Dachs,
Zwergspitzmaus oder Mauswiesel überall dort leben, wo sie genug Nahrung und geeignete
Unterschlüpfe finden. Hecken sind Stützpunkte für Wildbienen und Hummeln, die zur
Nestanlage beruhigte Bodenbereiche oder Altholz brauchen, Nahrungsquellen für
Schmetterlinge und andere blütenbesuchende Insekten, die so wichtige Aufgaben wie die
Bestäubung der Kulturpflanzen erfüllen.

 

Wie “potent” Hecken sein können, haben zwei
Untersuchungen aus Deutschland gezeigt: in einer süd-deutschen Feldhecke mittlere Grösse
wurden rund 900, im Abschnitt einer norddeutschen Wallhecke sogar etwa 1500 Tiertarten
gezählt. Begünstigt durch den Windschutz und die vor allem südseitige Stauwärme verlängern
sich Aktivitätsphase und Fortpflanzungszeiten sensibler Planzen- und Tierarten.

 

 

 


 

 

Oekonomische Erfolge
Hecken sind aber dank ihrer Regel-, Ausgleichs- und Regenerationsfunktion auch
ökonomisch bedeutungsvoller als bis anhin angenommen. Windschutz ist ja nicht nur für
Tagfalter wichtig. Es hemmt oder verhindert die Erosion und verbessert das Kleinklima
entscheidend. Die Hecke erzeugt die höhere Luft- und Bodenfeuchtigkeit und verstärkt dadurch
die Taubildung, wirkt aber auch als Filter gegen Staub und Luftverunreinigung.
Ertragssteigerung von 20 Prozent hinter einer 6 Meter hohen Hecke sind nachweisbar bekannt.

 

Ebenfalls bekannt ist, dass in einer funktionierenden, gut gepflegten Hecke die landwirtschaftlichen
„Regulierungs-Arten“ so stark überwiegen, dass Kulturschädlinge auf den
benachbarten Feldern jederzeit kurzgehalten werden.

Bei den Heckensträuchern Wildrose,
Schwarz- und Weissdorn wurden Schlupfwespen und andere parasitierende Arten
nachgewiesen, die für 40 verschiedene von der Land- beziehungsweise Forstwirtschaft als
Schädlinge eingestufte Insektenarten schon als natürliche Vertilger bekannt sind. In Rebkulturen
muss nicht mehr weiter wissenschaftlich nachgewiesen werden, dass es ohne Hecken niemals
biologischen, pestizidsfreien Wein geben wird. Die Heckenrose (Rosa canina) bildet in dieser
althergebrachten, edlen Landbaukultur einen beachtenswerten Grundbaustein.

 

 

 


 

 

Die unmittelbare Bedeutung für die Landwirte ist aber leider vielerorts Geschichte. Neben
Einzäunung, Grenzzaun und Windschutz waren Hecken Brenn- und Werkholzlieferanten, aber
auch unerschöpfliche Quelle für Beeren, Früchte Kräuter und Wildbret, die lange Zeit
willkommene Abwechslung in den bäuerlichen Speisezettel gebracht haben.

 

Wer sich schon
einmal mit homöopathischen und anderen feinstofflichen Heilmitteln befasst hat, weiss, dass
Hecken stets als lebendige Apotheken gegolten haben. Als Zeugen früherer
Wirtschaftsformen sind sie also auch heimatkundlich und kulturhistorisch wertvoller, als von uns
gegenwärtig wahrgenommen wird.

 

Hecken können, wie kaum ein anderes Gestaltungselement, eine Landschaft in nicht nur von
Feldhasen, Mauswiesel oder Raubwürger bevorzugte Kammern aufgliedern. Eine
abwechslungsreiche Landschaft er-höht den Erhohlungswert, und je näher solche Landschaften
vor unserer Türe liegen, desto geringer wird unser Einsatz an Fremdenergien, um so grösser
auch der lebensförderliche Zeitgewinn.

 


 

 

Vernetzung ist notwendig
Für Heckenvögel, Kleinssäuer, aber auch Insekten sind 300 bis 400 Meter das äusserste an
überwindbarer Entfernung zu benachbarten Hecken. Deshalb ist die Vernetzung möglichst
vieler und vielseitiger Lebensräume elementar wichtig, ansonsten weitere
Degenerationsprozesse bei der noch restlich verbliebenen Flora, Fauna und ökologischen
Regnerations-Prozesse kaum zu verhindern sind.

 

Es ist zu hoffen, dass Landwirtschaft, Heckeneigentümer und Gemeinden auch in diesem
Themenbereich Gemeinsamkeit und Zukunft weiterhin fördern können.

 

Hecken (Detailbeschrieb)
Charakterisierung der Hecken

Hecken sind nicht einfach eine zufällige Ansammlung von Sträuchern, sondern nach bestimmten
Prinzipien aufgebaut.

 

 

 


 

Sie sind bandartig angeordnete, meist wenige Meter breite Gehölzstreifen. Sie gliedern sich in
eine Krautschicht (Heckensaum) und in eine niedere und hohe Strauchschicht, die möglichst dicht
und geschlossen wachsen sollte, um den Schutz der Heckenbewohner von aussen
sicherzustellen. Gelegentlich sind auch hochstämmige Bäume eingestreut.

 

Naturhecken bestehen grundsätzlich aus einer vielfältigen Mischung einheimischer,
standortgerechter Gehölze, im Gegensatz zu den vielerorts in Gärten und Parks
vorkommenden Zierhecken, die häufig monoton aus einer einzigen fremdländischen Art und
ohne Krautsaum aufgebaut sind. Im folgenden verstehen wir unter dem Begriff "Hecken" immer
Naturhecken.

 

 


 

Auch flächige oder nur kleine Gebüschgruppen erfüllen bereits die Funktionen einer Hecke,
sofern sie in der ihr charakteristischen Weise naturgemäss aufgebaut sind. Eine freistehende
Hecke mit ausreichendem Platzangebot kann auch als zwei zusammengelegte Waldränder
betrachtet werden und übt als solche eine besonders wertvolle ökologische Wirkung auf das
Umland aus.

Zusammenfassend sind 5 Faktoren für eine qualitativ gute Hecke massgebend:
• eine artenreiche und standortgerechte Pflanzenzusammensetzung, wobei Bäume und
Sträucher mit erhöhtem ökologischem Wert besonders berücksichtigt werden sollen (siehe
Merkblatt "Gehölze sind mehr als grüne Kulissen");
• unterschiedliche Altersklassen (von etwa1 bis 15 Jahren) in der gleichen Hecke;
• Strukturreichtum und starke Gliederung, das heisst:
stufenartiger Aufbau von der Krautschicht bis zu den Bäumen, über dem Boden dicht und
geschlossen (kein Verkahlen der Unterschicht), buchtenreich - vor allem in besonnter Süd- und
Westlage, im Längsverlauf auch unbepflanzte Abschnitte mit reicher Krautschicht und
Zusatzstrukturen;

 

wertsteigernde Zusatzstrukturen zur Vervielfachung von Nischen, Nahrungs- und Fortspflanzungs
möglichkeiten: bestehende Gräben und Senken, Lesestein- und Asthaufen,
starkes Totholz, z.B. Baumstumpf (besonnt), alte Bäume (Ueberhälter) stehen lassen;
• ein naturnahes Umfeld, beispielsweise einen möglichst breiten, ungestörten Krautsaum,
unge-düngte Wiesen, einen extensiv gepflegten Hochstamm-Obstgarten u.a. - keine
geteerten oder betonierten Wege und kein Ackerbau, keine Beweidung bis knapp an den
Heckenrand heran.

 

 

 


 

 

Lebensraumbeschreibung - Bedeutung und ökologischer Wert
Massgebend für die Bedeutung der Hecken ist ihr "Randeffekt"; diese Gesetzmässigkeit in der
Natur besagt, dass dort, wo verschiedene Lebensraumtypen aneinanderstossen, sich aussergewöhnlich
viele Tier- und Pflanzenarten entwickeln. Nun ist die Randlinie einer Hecke im
Verhältnis zu ihrer Fläche besonders lang und reich strukturiert und dementsprechend vielfältig
ist ihre Artenzusammensetzung.