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Das Wasser im Biotop "Schweinepferch" ist wieder sauber. Bild 22.12.2011

Tiergülle kann eine bis zu 100 Mal größere Verschmutzung verursachen als rohe unbehandelte
Haushaltsabwässer. Sehr viel schlimmer ist der Abfluss aus Silage (die Flüssigkeit aus der Herstellung

von Gärfutter, welche bei der Konservierung von unreifen Ernteprodukten entsteht, damit diese als

Futter verwendet werden können) – ihre Verschmutzungswirkung ist bis zu 200 Mal stärker.


Bild 08.02.2011

Dung enthält hochgradig Stickstoff und Phosphor. Diese Elemente können leicht ins Grundwasser
durchsickern und im Weiterfließen Seen und Wasserstraßen verschmutzen, wo sie das Wachstum

von Algenblüten fördern. Diese wiederum verhindern das Einstrahlen von Sonnenlicht und fördern

Bakterien, die das Wasser seines Wasserstoffs berauben und dabei - im ärgsten Fall - den gesamten

Fischbestand umbringen, wie auch die Gesundheit anderer Tiere der Umgebung in Gefahr bringen.

Dieser Prozess ist bekannt als Eutrophierung und die Landwirtschaft ist deren Hauptursache.

Eutrophierung: Dies bedeutet eine Überdüngung bzw. Überernährung der Pflanzen.

Wasserverschmutzung durch die Landwirtschaft.               Bild 22.12.2011

Seit den 1940er Jahren nutzte die Landwirtschaft zunehmend Kunstdünger:Abflüsse

aus Feldern und Weiden führten dazu, dass große Mengen an Phosphor und

Stickstoff in Gewässer gelangten. Hier ist Phosphor- und Stickstoffmangel aber oft

der begrenzende Faktor für das Wachstum von Bakterien und Pflanzen; mit dem

Eintrag wurde die Begrenzung aufgehoben, Bakterien und Wasserpflanzen wuchsen

übermäßig. Das Problem: Wenn sie absterben, verzehrt der Zersetzungsprozeß

Sauerstoff, der dann anderen Lebewesen fehlt. So kann Nährstoffzufuhr durch

Sauerstoffmangel alles Leben töten. Dieser Eutrophierung genannte Prozess ist vor

allem in Seen ein Problem, da das Wasser hier nicht wie in den Flüssen ständig

ausgetauscht wird. Mit zunehmender Intensivierung und Spezialisierung der

Landwirtschaft gewann die Nährstoffzufuhr eine neue Dimension, da nun

tierischer Dünger immer konzentrierter anfiel und nicht mehr unproblematisch

direkt auf dem Land genutzt werden konnte. 600 Rinder erzeugen eine organische

Belastung des Abwassers wie 1000 Menschen, aber ihr Abwasser wird in der Regel

nicht durch eine Kläranlage gereinigt. Und Stickstoff gelangte zunehmend - und in

Form des leicht löslichen, gesundheitsschädlichen Nitrats - in das Grundwasser. In

Deutschland liegen die Nitratwerte im Grundwasser nach wie vor bei über der

Hälfte der offiziellen Überwachungsmeßstellen über dem Grenzwert für Trinkwasser

(50 mg/l). Auch die Intensivlandwirtschaft verursacht Luftverschmutzung:

Ammoniakemissionen (global 54 Mio. t Stickstoff jährlich) werden in der Atmosphäre

zu Ammonium umgewandelt und reichern Gewässer mit Nährstoffen an; nach der

Nitrifizierung tragen sie zur Versauerung von Gewässern bei.

Industrielle Tierhaltung                                                     Bild08.02.2011

Mit Überschüssen aus dem Ackerbau stand auch Futter für die Massentierhaltung

zur Verfügung: Konnte früher ein Bauer nur so viele Tiere halten, wie er von seinem

Land ernähren konnte, wurden Rinder, Schweine und Hühner jetzt in riesigen

Mastanlagen mit Kraftfutter schneller und billiger gemästet. Der Übergang begann

in der Weltwirtschaftskrise, als viele Menschen sich kein Fleisch mehr leisten konnte,

und der amerikanische Agrarprofessor Jay Laurence Lush schlug vor, die Züchtung von

Tieren nicht mehr anhand äußerer Merkmale zu betreiben, sondern anhand ihrer

Produktivität. Heute werden weltweit zwei Drittel des Geflügel- und die Hälfe des

Schweinfleisches (und in Deutschland weit über 90 Prozent) in Massentierhaltung

erzeugt; diese setzt 140 Milliarden Dollar im Jahr um - Tendenz steigend. Seit den

1960er Jahren begann auch die Züchtung von Fischen in Aquakulturen. Die Tierhaltung

in voll- oder teilautomatisierten Großhallen hat ihren Preis: Hühner, denen Platz und

Protein in der Getreidenahrung fehlte, wurden zu Kannibalen - um dies zu beenden,

wurden ihnen proteinreiche Sojabohnen, Schlachthausabfälle und Tiermehl verfüttern.

Letztere sind heute verboten, Fischmehl immer noch erlaubt. Die Bedingungen der

industriellen Massentierhaltung könnten einem auch sonst eigentlich den Appetit

verderben: Schweine etwa stehen oft ohne Einstreu und Spielmöglichkeiten auf

Spaltenböden, einem 90-Kilo-Tier stehen ein drei Viertel Quadratmeter Fläche zu.

Hähnchen werden derart schnell gemästet, dass Gelenkerkrankungen, Knochenbrüche

und Herzerkrankungen fast schon normal sind. Besonders eindrucksvoll ist der “Erfolg”

der Rinder, die weltweit mehr Land als die Menschen nutzen (wenn man einmal

davon absieht, dass diese Rinder natürlich auch ein “Produkt” des Menschen sind)

- alleine die 1,5 Milliarden Rinder auf dieser Welt wiegen doppelt so viel wie die

Menschheit!

 


 

Bild 22.12.2011

War früher ein Weiderind nach zwei Jahren schlachtreif, wird ein sechs Monate
altes Kalbheute in vier Monaten schlachtreif gemästet; eine Kuh, die früher 1.700

Liter Milch im Jahr gab, muss heute 10 bis 15.000 Liter/Jahr liefern. Ein Drittel der

Ackerfläche dient heute dem Anbau von Weizen, Mais und Soja als Kraftfutter; ein

Viertel des Landes ist Weideland. Die Rinderhaltung ist durch die Abholzung von

Regenwäldern- im Amazonasgebiet wurden seit 1970 neun von zehn Hektar

Regenwald für Weideland abgeholzt - und die Methanrülpser der Tiere einer der

wesentlichen Beiträge der Landwirtschaft zum Klimawandel; er beträgt, auf die

Landwirtschaft entfallende Entwaldung und Verkehr eingerechnet, rund 20 Prozent.

Die Massentierhaltung schafft zudem ideale Vermehrungsbedingungen für

Krankheitserreger: Oft werden die Tiere daher schon vorbeugend mit Antibiotika

behandelt, die zugleich das Wachstum fördern. Aber die industrielle Tierhaltung hat

dazu geführt, dass wir immer mehr Fleisch essen können, obwohl wir immer weniger

für unsere Nahrung bezahlen.

Die Erfolge der industriellen Landwirtschaft                                              Bild 08.02.2011

In Teilen der Welt verknüpften sich Düngemittel, Mechanisierung und Grüne

Revolution Düngemittel zu der hochertragsreichen Landwirtschaft, die wir heute

kennen, und die es ermöglicht, dass heute auf der Erde rund 7 Milliarden Menschen

leben. Dabei ist die Erzeugung an Nahrungsmitteln pro Kopf in den letzten Jahrzehn-

ten so weit gestiegen, dass niemand Hunger leiden müsste.


Ein Traum der Menschheit wurde wahr:                           Bild 22.12.2011

Lebensmittel sind im Überfluss vorhanden und billig wie nie.

Aber die indiestruelle Landwirtschaft hatte einen Preis,

weltweit schätzungsweise 700 Millionen Tonnen Mais, je 600 Millionen Tonnen Reis
und Weizen, 300 Millionen Tonnen Kartoffeln und 214 Millionen Tonnen Soja erzeugt;

ein Teil dieser Ernte geht in die Produktion von 220 Millionen Tonnen Fleisch (etwa

die Hälfte Schweinefleisch und je ein Viertel Rind und Geflügel). Dazu kommen 142

Millionen Tonnen Fisch aus Wildfängen und Aquakultur. Alleine an Getreide werden

im Jahr über 300 Kilogramm pro Kopf der Weltbevölkerung erzeugt. Ein Traum der

Menschheit ist - zumindest in den reichen Industrieländern -

wahr geworden: Hier sind Nahrungsmittel im Überfluss vorhanden und so billig wie

nie zuvor in der Geschichte der Menschheit. In Deutschland gibt ein Haushalt im

Durchschnitt nur noch 14,5 Prozent seines Einkommens für Nahrungsmittel

(einschließlich Genussmittel) aus - 1970 waren es noch fast 30 Prozent. Besonders

drastisch sind die Auswirkungen beim Fleisch: War dies früher für viele ein

Luxusprodukt (der klassische “Sonntagsbraten”), ist Fleisch so billig geworden, dass

es alltäglich wurde - und wir heute so viel davon essen, dass es schon wieder

ungesund ist: Ein Bundesbürger isst heute im Durchschnitt 60 Kilogramm Fleisch im

Jahr, die Empfehlungen der Ernährungsforscher liegen bei 20 Kilogramm, einem Drittel.

Bild 08.02.2011

In den industrialisierten reichen Ländern führte das reichliche Angebot an
jederzeit verfügbaren, kalorienreichen und billigen Nahrungsmitteln bei

gleichzeitigem Rückgang der körperlichen Arbeit zu einer neuen Epidemie:

Übergewicht. In Deutschland sind fast 60 Prozent der Erwachsenen übergewichtig,

und davon ein Drittel stark übergewichtig (fettleibig); bei den Kindern und

Jugendlichen sind es 15 Prozent.

 

Immer noch nicht besiegt: Der Hunger


 

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