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Die Rückkehr des Baumeisters

Wanderung mit Gunnar Hornstein entlang der Morre auf den Spuren des Bibers

Gunnar Hornstein ist der Biber-Beauftragte des Reg.Präsidiums Karlsruhe. Er beobachtet das Auftauchen und die Aktivitäten der Biber nun schon einige Jahre.

Dabei ist er stets um die neuesten Entwicklungen bemüht und beobachtet die Wanderungsbewegungen dieser Tiere ganz genau.

Fast 50 interessierte Naturfreunde treffen sich am Götzenturm in Hettigenbeuern zur gemeinsamen Exkursion.

Hier ist gerade ein Damm im Bau. Das Grundgerüst bilden abgenagte Äste, Zweige und Pflanzenstängel. Darin verfängt sich vom Wasser ange-

schwemmtes Laub und und anderes Feinmaterial. Die Dämme wirken wie ein Filter und reinigen das Wasser. Zur Abdichtung bauen Biber große

Mengen Schlamm oder Schlick an der Innenseite der Dämme ein. Dennoch bleiben diese wasserdurchlässig und bilden für die anderen Wasser-

bewohner keine dauerhaften Barrieren. Seitliche Abflüsse ermöglichen ein Durchkommen und aufgegebene Dämme zerfallen schnell.

Biber sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, den Tag verbringen sich in selbstangelegten Bauen. Sie halten keinen Winterschlaf, sind aber bei

sehr kaltenTemperaturen weniger aktiv. Als reine Vegetarier ernähren sie sich  im Sommer von Gräsern, Kräutern, Wasserpflanzen, Blätter und Gehölz-

trieben, im Winter fressen sie die Rinde von Bäumen und Sträuchern.

Oft graben Biber einfache Fluchtröhren in die Uferböschung, verteilt über das Revier, in die er sich bei Störung oder Gefahr schnell zurückziehen

kann. Diese hier ist eingebrochen und so sichbar geworden

Immer wieder fällen Biber auch starke Bäume. Das führt zu Konflikten, insbesondere wenn es sich um gepflanzte Exemplare handelt. Hier in Hettigen-

beuern haben sich die Nager  an  Obstbäume gemacht - eine Delikatesse für die Biber. Gemeinsam mit Herrn Hornstein

wurden die Stämme vor weiteren Übergriffen geschützt. Das ist auch eine Aufgabe des Biberbeautragten, bei Konflikten mit Anwohnern allgemein

akzeptable Lösungen zu finden, um Schäden möglichst zu vermeiden oder zu reduzieren.

Die verbissenen Gehölze treiben überwiegend wieder aus, oft sogar dichter als vor dem Verbiss. Liegengelassene oder vom Wasser weggeschwemmte

Weidenäste können überall im Biberrevier neue Gebüsche begründen. Biber schaffen offene Baumstellen und Schlammflächen, die für die Samen

feutigkeitsliebender Gehölze ein ideales Keimbett bilden.

Biber sind sehr anpassungsfähig. Da sie ihren Lebensraum mit dem Bau von Dämmen aktiv gestalten können, sind sie beider Wahl eines Gewässers

flexibel: Sie besiedeln größere Flüsse und Seen ebenso wie kleine Bäche, Gräben und Teiche.

Das ist ein Mittelbau der hier ansässigen Biber. Zum Schutz vor Feinden, vor Hitze und Kälte, als Schlafstätte und als Geburtsort der Jungen graben

Biber in die Uferböschung eine bis mehrere Röhren,die zu einer geräumigen Höhlung, dem Wohnkessel führen (Erdbau), Darüber werden häufig Äste

zu einem Bau geschichtet und mit Lehm abgedichtet (Mittelbau)

Während der gesamten Führung stoßen wir immer wieder auf Relikte, die auf die Aktivitäten der Biber hinweisen.

Lichten Biber dichte Ufergehölze auf, profitieren Stauden wie u.a. die Gelbe Schwertlilie vom besseren Lichtangebot.

Eine Biberrutsche, über die Biber ins Wasser gehen oder dieses für einen Landgang verlassen

An das Leben am Wasser sind Biber hervorragend angepasst: Sie haben einen spindelförmigen Körper, ein dichtes, Wasser abweisendes Fell, Schwimmhäute

an den Hinterpfoten und geschickte Greifhände, außerdem können sie bis zu fünf Minuten aktiv tauchen. Einmal im Jahr bringen sie ein bis drei Junge zur

Welt, die zwei Jahre im Familienverbund bleiben. Die Biberfamilie besetzt ein Revier, das sich je nach Angebot von einem bis sieben Kilometer Länge am Ge-

wässer entlang erstrecken kann. Die Reviere werden mit dem sogenannten Bibergeil, einem Duftstoff aus der Bibergeildrüse, markiert und gegen Artgenossen

verteidigt. Sie können 12 bis 14 Jahre alt weden.

Hier zeigt Gunnar Hornstein das Gebiss  seines "Kofferraum-Bibers". Da die Schneidezähne für den Biber lebensnotwendig sind, wachsen sie immer

wieder nach. Der Biber zum Anfassen machte vor allem den Kindern Freude.

Berthold Weigand vom NABU dankte Herr Hornstein im  Namen aller für die tolle, sehr informative Führung.

Vielleicht dringt der Biber auch irgendwann nach Walldürn vor -  an den Lappen, Neuensee, Eiderbach könnte er sich wunderbar einrichten.

Wir werden sehen......

 

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