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Obstbäume pflanzen solange Wurzel wachsen


In der Praxis werden im November die meisten Obstbäume gepflanzt. Man wartet im Allgemeinen
die natürliche Entlaubung ab, weil in weiten Kreisen  die Ansicht verbreitet ist, dass dies für das
Ausreifen und die Winterhärte der Triebe von Vorteil ist. Baumschulen haben in den letzten
Jahren wiederholt Pflanzbäume entlaubt und für eine frühere Pflanzung , oft schon Mitte
September, an ihre Kunden verkauft. Diese Maßnahme ist vielerorts kritisiert worden.

Die künstlich entlaubten und zeitigim Herbst gepflanzten Bäume ließen aber im Frühjahr und
in der Folgezeit keine Schäden erkennen. Ja, man hatte sogar den Eindruck gewonnen , als
ob die Bäume austriebwilliger seien als Pflanzbäume, bei denen man erst den natürlichen Laub-
abfall im Herbst abgewartet hatte. Inzwischen ist mehr in diesen noch recht dunklen Komplex
gekommen.

Mehrere Versuche über das Wurzelwachstum der Obstbäume ergeben, dass in den Monaten
September und Oktober die Wurzeln am stärksten wachsen, also ihren größten Längenzu-
wachs haben. Von November bis Anfang März ist die Wurzelneubildungnur sehr gering,in Frost-
perioden gleich null.

Die Wachstumsgeschwindigkeit der Wurzeln beträgt Anfang September etwa 3 mm / 24 Std.
nimmt laufend zu, erreicht in der September/Oktober-Wende  Höchstwerte  von über 8 mm
und sinkt dann bis Ende Oktober auf 3 mm ab. Im Winter, Frostperioden eingerechnet, beträgt
der mittlere Zuwachs nur etwa 1 mm/24 Std., während er im Oktober/Anfang November noch
bei 3 mm.

Kann beispielsweise Anfang Oktober gepflanzt werden, dann erreichen die einzelnen Wurzeln
für etwa 25 Tage 5 mm mal 225 Tage gleich 125 mm Zuwachs. Kommen die Bäume erst Ende
Oktober an ihren Standort, verlängern sich die in 10 bis 15 Tagen höchstens um je 3 mm, ins-
gesamt um 30 bis 45mm. Bald aber muss der Mittelwert von 1 mm für 4 Monate gerechnet
werden, das ergibt 120 mm. Dies ist gleichzeitig der höchste Zuwachs bei Pflanzung im Novem-
ber. Ende Oktober kommen noch 30 bis 45 mm hinzu, so dass Wurzellängen von 150 bis 165
mm erreicht werden. Und für die Pflanzung Anfang Oktober sogar 225 mm bis 240 mm.

Der vorstehende Vergleich ist eindeutig: Frühe Herbstpflanzung ist in jeder spätern überlegen
und vorzuziehen. Das künstliche Entlauben der Bäume im Oktober gewinnt somit an Beteutung
Der günstigere Zeitpunkt für das Entlauben ist jedoch nur schwer zu ermitteln. Auf jeden Fall
sollte noch im Oktober gepflanzt werden. Jeder spätere Termin mindert den Wurzelzuwachs
erheblich. Die Empfehlung dieses Pflanztermins gilt für alle robusten Obstsorten, die im Herbst
gepflanzt werden sollten. Empfindliche Obstarten wie Aprikose und Pfirsich pflanzt man erst im
März/April. Dann sind die Bewurzlungsverhältnisse wieder günstig, aber die Wintermonate müs-
sen für die Bewurzelung als verloren angesehen werden. Aus Klimagründen ist dies aber meist
nicht zu umgehen.


















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